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AKTUELLE AUSSTELLUNGEN
 
 

2001 – KÜNSTLERFEST

25. 1. 2001


MARTIN GOSTNER

31. 1. – 25. 2. 2001


DER PREIS DER FREIHEIT

23. 2. – 25. 2.  2001


TRINH. T. MINH-HA

7. 3. – 22. 4. 2001


AXEL STOCKBURGER

7. 3. – 22. 4. 2001


DAS EXPERIMENT

7. 3. 2001 – 31. 1. 2002

SIMON STARLING
4. 5. – 24. 6. 2001


HANS WEIGAND

5. 7. – 2. 9. 2001


ALICE CREISCHER

5. 7. – 2. 9. 2001


CHRISTOPHER WOOL

13. 9. – 11. 11. 2001

LINDA BILDA

13. 9. – 11. 11. 2001
AUSGETRÄUMT TRÄUMEN
AUSGETRÄUMT ...

29. 11. 2001 – 3. 2. 2002


An die Tradition der letzten Jahre anknüpfend liegt auch 2001 das Augenmerk der Secession auf Projekten, die konkret auf die kontextuellen und architektonischen Bedingungen des Hauses Bezug nehmen und gleichzeitig auf kunstimmanente, gesellschaftliche und politische Gegebenheiten sowohl vor Ort als auch in internationalen Zusammenhängen verweisen. Einer Vielfalt der Positionen steht das gemeinsame Interesse der ausstellenden KünstlerInnen gegebenüber, sich mit ihrer Arbeit in kollektive Denk- und Gefühlsprozesse einzuschreiben und die zeitgenössische Kunst mit anderen aktuellen Diskursen zu verknüpfen. So ist auch das große Interesse an Positionen aus dem Bereich Film zu verstehen - hier wird versucht, der theoretischen und historischen Bedeutung des natürlich nicht autark zu denkenden Formats Film für die zeitgenössische Kunstproduktion Rechnung zu tragen.
 
Die in den Vorstand gewählten KünstlerInnen (derzeit Matthias Herrmann, Anna Meyer, Heimo Zobernig, Johanna Kandl, Manfred Erjautz, Sandrine von Klot, Dorit Margreiter, Constanze Ruhm, Martin Walde, Willi Kopf, Hans Kupelwieser), die gemeinsam das Ausstellungsprogramm erarbeiten, stehen für eine breit angelegte Sicht auf komplexe Arbeiten, die die BetrachterInnen als Teil des künstlerischen Prozesses begreifen. Zu allen Ausstellungen erscheint eine Publikation.

 
 
 
DER PREIS DER FREIHEIT
Zur politischen Ökonomie von Zensur
23. – 25. 2. 2001
 
Ausgehend von der Programmatik der Secession - "Der Kunst ihre Freiheit" - und unter Einbeziehung des Prozesses , den ein ehemaliger FPÖ-Politiker gegen die Secession angestrengt und gewonnen hat - kuratieren Helmut Draxler und Hedwig Saxenhuber zu Beginn des Jahresprogramms 2001 ein Symposium. Es werden dabei Verwicklungen und Zusammenhänge zwischen Freiheitsansprüchen und Verbotshandlungen, von Wahrheitsregimen und Sichtbarkeitspolitiken im Kontext zügiger "Erosion" ehemals als links codierter Begrifflichkeiten zur Diskussion gestellt. Wie hängen ökonomische Deregulierung und politische Regulierung, d.h. Gängelung zunehmend zusammen? Worin besteht generell der Unterschied zwischen Sprechen und Handeln, zwischen einem Bild und einer Tat? Und was taugt die künstlerische Freiheit auch noch nach "ihrem" Jahrhundert?
 

MARTIN GOSTNER
31. 1. – 25. 2. 2001
 
Wenn sich Vergangenheit aus Erinnertem und Vergessenem zusammensetzt, ist die Gegenwart deren zwar plausibles, nicht aber notwendiges Resultat. Für Martin Gostner steht deshalb an der Adresse Friedrichstraße 12 nicht nur die Secession, sondern auch ein imaginäres "Gasthaus Kupferpfandl", Veranstaltungsort einer möglichen Parallelgeschichte der Zweiten Republik: Hier versammelte man sich zum "Besinnlichen Treffen", nachdem der Alliierte Rat 1949 den V.d.U. zugelassen hatte oder stieß während des Glykolskandals mit "1/4 für das Burgenland" an. Gostners mikrohistorischen Fragmente legen jene Mischung aus Indifferenz und Ignoranz frei, die den Konsens von großer Politik und kleinen Leuten ermöglicht: Das Granteln über "die da oben" ist gleichzeitig Preis und Lohn einer bequemen Verantwortungslosigkeit.
Martin Gostner, geboren 1957, lebt und arbeitet in Innsbruck.
 
 
DAS EXPERIMENT
7. 3. 2001 – 31. 1. 2002
 
In Weiterführung des Konzeptes der seit den 80er Jahren stattfindenden Ausstellungsreihe "Junge Szene" wird "Das Experiment" internationale KünsterInnen vorstellen, die bislang nicht oder nur beschränkt die Möglichkeit hatten, ihre Positionen einem breiteren Publikum vorzustellen. Zeitlich unabhängig von den anderen Ausstellungen im Haus sind sieben Projekte geplant, bei denen jeweils mehrere KünstlerInnen mit wechselnden Kuratorinnen zusammen arbeiten. Leitmotive der Ausstellungsreihe sind die Fragen nach der Entstehung von Szenen als Arbeitszusammenhänge und den spezifischen Vorstellungen von junger, experimenteller Kunst. "Das Experiment" soll künstlerische Methoden zur Diskussion stellen, die nicht allein auf ein fertiges Werk abzielen, sondern das prozesshafte Arbeiten einbeziehen.
Die Ausstellungsreihe "Das Experiment" wird von Dorit Margreiter konzipiert.
 
 
TRINH T. MINH-HA
7. 3. – 22. 4. 2001
 
Die vietnamesisch-amerikanische Filmemacherin, Musikerin und feministische Theoretikerin Trinh T. Minh-ha zeigt in der Secession eine Auswahl ihrer Filme und theoretischen Arbeiten. Sie umfasst Filme wie "Surname Viet Given Name Nam" (1989) und "A Tale of Love" (1995) und Bücher wie "Framer Framed" (1992) oder "When the Moon Waxes Red" (1995). Die Filme und theoretischen Werke von Trinh T. Minh-ha arbeiten immer an den Grenzlinien mehrerer sich verschiebender Kategorien, in denen sich unterschiedliche Schreib- und Erzählformen ineinander schieben. Die gegenseitige Herausforderung des Theoretischen und des Poetischen, diskursiver und "nicht-diskursiver" Sprache erzählen von Trinh T. Minh-has Widerstand gegen Kategorisierungen und Begrenzungen, die unser aller Leben bestimmen.
Trinh. T. Min-ha lebt und arbeitet in San Franscisco.
 
 
AXEL STOCKBURGER
7. 3. – 22. 4. 2001
 
Axel Stockburgers Arbeiten thematisieren das Verhältnis von Bild und Ton in ihrer Bedeutung für die Wahrnehmung audiovisueller Medien. In der Ausstellung in der Secession untersucht Stockburger Strukturen, Mechanismen und Bedingungen digitaler Information. Die Videoinstallation "Most Wanted" zeigt auf zwei sich gegenüber stehenden Monitoren Bilder der fünf weltweit meistbesuchten Websites und Webportals. Angeordnet in einer beschleunigten Abfolge von heruntergeladenen Bildern - die die Rezeption einzelner Texte oder Bildelemente unmöglich macht - wird ein steter Fluss digitaler Daten erzeugt, der die einzelne Information relativiert und die Aufnahmefähigkeit der BetrachterInnen aufs äußerste beansprucht.
Axel Stockburger, geboren 1974, lebt und arbeitet in Wien und London.


SIMON STARLING
4. 5. - 24. 6. 2001 
 
Simon Starlings Arbeit kreist um die Idee der Transformation. Indem er die Erscheinung kulturhistorisch bedeutsamer Objekte verwandelt oder in andere Materialien überführt, stellt er Fragen nach Autorenschaft, Originalität und der Glaubwürdigkeit des Objekts als Referenz des Wirklichen. So stellte er etwa 1997 ein Marin Sausalito Fahrrad aus dem Metall eines Charles Eames Stuhls her. Rechercheintensiver Materialbeschaffung und zweckgebundener Produktivität entgegenlaufende Entscheidungen bestimmen Starlings Produktionsprozess. Kontextuelle Verschiebungen prägen auch seine jüngsten Projekte: In "Rescued Rhododendrons" werden Pflanzen, nachdem sie über 200 Jahre im Norden Schottlands überlebten, an ihren Ursprung im Süden Spaniens rückgeführt.
Simon Starling, geboren 1967, lebt und arbeitet in Glasgow.
www.britishcouncil.at
 
 
HANS WEIGAND
5. 7. – 2. 9. 2001  

Hans Weigands Arbeit der letzten Jahre ist bestimmt von dem Versuch, die klassischen Parameter der Kunst ständig zu erweitern. So ist er einerseits stark an prozessualen Abläufen interessiert und untersucht, wie sich Ausstellungen durch das Einbeziehen unterschiedlichster, ursprünglich kunstfremder Techniken - die sowohl den Betrachter als auch das institutionelle Umfeld einbeziehen - kontinuierlich verändern lassen; andererseits erweitert er das autarke, singuläre Künstler-Ich durch seine Zusammenarbeit mit Kollegen um performative aber auch ironische Elemente. Weigands Vorliebe für Utopien jeglicher Art führt zu Arbeiten, die als Kommentar zur allgemeinen Lust am Unbekannten und Mysteriösen gelesen werden können, gleichzeitig jedoch klarstellen, dass Utopien nur durch extremes, unkalkuliertes Denken entwickelt werden können.
Hans Weigand, geboren 1954, lebt und arbeitet in Wien.
 
 
ALICE CREISCHER
6. 7. – 2. 9. 2001

Alice Creischers Arbeit lässt sich nicht auf eine gängige Rollenzuschreibung festschreiben: Sie arbeitete seit Anfang der 90er Jahre in verschiedenen Gruppenkontexten mit unterschiedlicher Besetzung. Unter anderem ist sie beteiligt an verschiedenen Animationsfilm-Produktionen. Sie schreibt zusammen mit Andreas Siekmann in den Zeitschriften: Texte zur Kunst, ANYP und Springerin. Sie realisiert Ausstellungen, in denen theoretische und performative Momente vereint werden. Sowohl die Arbeiten in kollektiven Zusammenhängen als auch ihre Einzelpräsentationen sind klar formulierte politische Aussagen, in deren Mittelpunkt der Versuch steht, die Bedingungen politischer Machtausübung sichtbar und damit kritikfähig zu machen. Creischer konzentriert sich oft auf einen realen (historischen) Bezugspunkt, gibt diesem eine neue Rahmenerzählung und inszeniert so Politcomics, deren gebrochene Realität eine kritische Auseinandersetzung mit politischen Inhalten in der Kunst ermöglicht.
Alice Creischer, geboren 1960, lebt und arbeitet in Berlin.
 
 
CHRISTOPHER WOOL
13. 9. – 11. 11. 2001
 
Eine der großen Herausforderungen der zeitgenössischen Malerei besteht darin, "einen Weg zu finden, die gegenwärtige kulturelle Situation anzuerkennen, eine Situation, die durch die Übersättigung mit photographischen Darstellungen gekennzeichnet ist, und gleichzeitig alternative, nichtphotographische Mittel zur Bewusstmachung der Konsequenzen dieser Situation zu entdecken." (Jeff Perrone) Seit Mitte der 80er Jahre arbeitet Wool konsequent an einer Neubestimmung des Dargestellten mittels Schrift und Ornament. Flächendeckende Ornamente oder Wörter, die manchmal zu lesbaren Sinngefügen verbunden oder aus größeren Zusammenhängen herausgenommen sind, verweisen auf die Ästhetik des Dekorativen und zugleich auf die Sprache als Bedeutungsträger. Mit subtilen Verschiebungen und Eliminierungen von Details eröffnet Wool einen fluktuierenden, von verschiedensten Anspielungen geprägten Raum, in dem die Malerei in ihrer reinen Möglichkeit belassen oder zu ihr zurückgeführt wird.
Christopher Wool, geboren 1955, lebt und arbeitet in New York.
 
 
LINDA BILDA
13. 9. – 11. 11. 2001
 
Linda Bildas Ausstellung beschäftigt sich mit dem 1988 verstorbenen Filmemacher und Theoretiker Ernst Schmidt Jr., dessen Werk sich den Kategorien des kommerziellen Films entzieht und der Subgeschichte des Mediums angehört. Von Schmidts kompromissloser Persönlichkeit in ihrer künstlerischen Haltung stark beeinflusst, zeichnet sich Bildas Verfahrensweise im Allgemeinen und bei dieser Ausstellung im Besonderen dadurch aus, dass sie künstlerische und wissenschaftliche Vorgehensweisen nicht einander gegenüber stellt, sondern zu einem Informationspool verknüpft. Die Materialien gewinnt sie aus Recherchen, Beobachtungen und Diskussionen mit Zeitzeugen und anderen Personen. In diesem Kontext werden die Filme von Schmidt Jr. nicht zu hermetischen Werken stilisiert, sondern zu Informationen, die die Künstlerin neu zugänglich macht.
Linda Bilda, geboren 1963, lebt und arbeitet in Wien.
 
 
AUSGETRÄUMT ...
29. 11. 2001 – 3. 2. 2002

Als geläufiges Instrument der Vermittlung sozialer, ökonomischer und politischer Überzeugungen scheint gegenwärtig der aggressive Appell an das Vorstellungsvermögen alle differenzierteren Formen sachlicher Diskussion von Inhalten verdrängt zu haben. An die Stelle komplexer Beschreibungen einer als undurchsichtig empfundenen Wirklichkeit ist in den Vordergrund der politischen Praxis die Bemühung vereinfachender Wunsch- und Angstbilder getreten. Der Widerspruch zwischen dem Zweifel an einer Verbindlichkeit als manipulierbar erkannter digitalisierter Bildproduktion und der ungebrochenen Kraft bildhafter Vorstellungen ist offensichtlich.
Die von Kathrin Rhomberg kuratierte Gruppenausstellung thematisiert festgestellte Verschiebungen innerhalb des Paradigmas Vorstellung und sucht nach deren Manifestationen im Bereich künstlerischer Praxis.

 
 
STÄNDIGE PRÄSENTATION
Gustav Klimt: DER BEETHOVENFRIES
 
 
 
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Urte Schmitt-Ulms
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