Barbara Holub, Warumen, Hörspiel, 22 min., aufblasbare
Polster, PU-Folie, Ölkreide auf Terrazzoboden, 1999
Barbara Holub, geboren 1959 in Stuttgart, beschäftigt sich in ihren Arbeiten
mit anthro-pologischen Fragen, die Gesellschaft und Kommunikation, soziale und
persönliche Identitäten wesentlich mitbestimmen. Für ihr Ausstellungsprojekt
in der Secession untersucht sie ausgehend von den unterschiedlichen Blickpunkten
der Erwachsenen- und Kindwahrnehmung die Sehnsucht (des Erwachsenen) nach der
Unschuld des Kindes. Es wird dabei sowohl die tradierte und generalisierende Rollenzuschreibung
von Kind- und Erwachsensein thematisiert, als auch das klischeehafte Begehren
des Erwachsenen nach der vermeintlich verlorenen Unbeschwertheit der Kindheit.
Barbara Holub, Videostill aus Kindervideo, 1999
Parallel zur Ausstellung und als integratives Element des Secessionsprojektes
führte Barbara Holub in der Firma Porsche Salzburg mit MitarbeiterInnen des
Unternehmens Gespräche über das Lebensgefühl als Kind bzw. Erwachsener
und hielt diese filmisch fest. Gleichzeitig hat sie mit dem Anspruch "im Namen
der Kunst den Freiraum des Spiels am Arbeitsplatz auszuloten", die Porsche-MitarbeiterInnen
eingeladen, eine Carrera-Autorennbahn im Foyer des Firmengebäudes aufzubauen
und damit Rennen zu veranstalten.
Gespräche mit derselben Thematik hat sie auch mit Bekannten und FreundInnen
aus ihrem persönlichen, künstlerischen Umfeld geführt. Beide Gesprächsfolgen
sind in ihre Konzeption des Ausstellungsprojekts in der Secession mitein-geflossen.
In einer Assemblage von Video-, Bild-, Ton- und Objektinstallationen präsentiert
Barbara Holub in den Ausstellungsräumen der Galerie die unterschiedlichen
Aspekte dieser prozeßhaften Bearbeitung des Themenkomplexes "Rollenverhalten".
Es werden dabei keine vorgefertigten Lösungen und wissenschaftlichen Lehrmeinungen
apostrophiert, sondern vielmehr die alltäglich routiniert eingespielten Verhaltensmuster
in ihrer unhinterfragten Selbstverständlichkeit thematisiert.
PUBLIKATION
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BARBARA
HOLUB
Texte: Kathrin Rhomberg, Werner Würtinger
Zweisprachig. Secession 1999
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Erhältlich im
Shop
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Projekte/Ausstellungen (Auswahl): "Image Transfer", Öffentliche Orte/New
York (1996); "Geheimnisträger", Neue Galerie, Graz (1997); "Tatort: Displaced
Territories", Galerie Grita Insam, Wien (1998); "vertraulich behandelt", Bene
Schau Raum, Wien (1998); "Driven", 7562 LR-Pick-up Truck Gallery, Chicago (1999).
Führungen zur Ausstellung BARBARA HOLUB "mit vorgehaltener
hand"
Die Künstlerin untersucht in ihrem Ausstellungsprojekt in der Secession ausgehend
von den unterschiedlichen Blickpunkten der Erwachsenen- und Kindwahrnehmung die
Sehnsucht nach der Unschuld des Kindes. Im esten Raum der Ausstellung laden aufblasbare
Objekte ein, sich fallen zu lassen und dem Hörspiel zu lauschen. Ein überdimensioniertes
Tempelhüpfspiel verweist auf Kindheitsträume. Im zweiten Galerieraum präsentiert
Barbara Holub zwei schwarz/weiß Videoarbeiten. In einem interviewt sie Erwachsene
über das Kindsein, im zweiten untersucht sie das Charakteristikum der kindlichen
Gestik. Eine Flughafenbestuhlung schafft eine Transitsituation, die den Leerraum
zwischen Erwachsenen- und Kindsein darstellen soll.
Wir freuen uns besonders die Künstlerin selbst dafür gewonnen zu haben, mit SchülerInnen
über ihre Arbeit in der Ausstellung zu sprechen und zu diskutieren.
Für weitere Informationen, Presse- und Fotomaterial wenden Sie sich bitte
an:
Tamara Schwarzmayr
Secession, Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession
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