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MARCUS GEIGER

30. 1. – 15. 3. 1998

ELISABETH GRÜBL

30. 1. – 15. 3. 1998

JUNGE SZENE

8. 7. – 30. 8. 1998

MIKE KELLEY
PAUL McCARTHY

23. 9. – 8. 11. 1998

FABIO ZOLLY

23. 9. – 8. 11. 1998

MARC ADRIAN

18. 11. 1998 – 17. 1. 1999

HERBERT BRANDL

20. 11. 1998 – 17. 1. 1999

ROBERT LETTNER

20. 11. 1998 – 17. 1. 1999

MICHAEL ZINGANEL

20. 11. 1998 – 17. 1. 1999
1897 spaltete sich Gustav Klimt mit einer Gruppe von 18 Künstlern aus Protest gegenüber dem konservativen Ausstellungsprogramm vom Künstlerhaus ab und gründete die Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession. Im Frühjahr 1998 eröffneten sie ihre erste Ausstellung und formulierten damit programmatisch den Willen zu einer gänzlich neuen, modernen Kunstauffassung.

Vor diesem historischen Hintergrund thematisiert die von Robert Fleck kuratierte Ausstellung "Das Jahrhundert der künstlerischen Freiheit – 100 Jahre Secession" Erkenntnisse, Einflüsse und Auswirkungen einer Ausstellungspraxis, die sich seit nunmehr hundert Jahren ausschließlich der zeitgenössischen, internationalen Kunst verpflichtet hat. Der Programmatik der Gründungsmitglieder folgend, finden 1998 in den Räumlichkeiten der Secession ingesamt zehn Ausstellungen statt, die aktuelle internationale Entwicklungen und Standpunkte der zeitgenössischen Kunst vorstellen. Die KünstlerInnen wurden eingeladen, sich vorwiegend mit neuen, eigens für die Secession konzipierten Arbeiten zu präsentieren. Zu allen Ausstellungen erscheint ein Katalog in deutscher und englischer Sprache.

Das Ausstellungsprogamm 1998 wurde vom Vorstand der Künstlervereinigung erstellt, der sich aus folgenden KünstlerInnen zusammensetzt: Werner Würtinger (Präsident), Erwin Bohatsch, Manfred Erjautz, Inge Graf, Matthias Herrmann, Johanna Kandl, Peter Kogler, Willi Kopf, Brigitte Kowanz, Margherita Spiluttini, Martin Walde, Erwin Wurm.



MARCUS GEIGER
30. 1. – 15. 3. 1998

Marcus Geiger, Wealth of Nations, Warschau, 1991
Marcus Geiger, Wealth of Nations, Warschau, 1991

Marcus Geiger, geboren 1957 in Muri (CH) hat in seinen künstlerischen Interventionen der letzten Jahre konzeptuell mit dem Begriff des "Kunstwerks" experimentiert. Seine Installationen mit bunten Frotteestoffen und Nadelfilz, mit "Kunstobjekten" namhafter KünstlerInnen des 20. Jahrhunderts, positionieren das "Kunstwerk" auf ambivalente Weise zwischen alltäglichem Gebrauchsgegenstand und Kunstwerk und halten dem Betrachter damit eine Erfahrung offen, die jede eindeutige Lesart unterbindet. Die Ausstellung in der Secession thematisiert die hundertjährige Geschichte des Hauses. In und gegen diesen Kontext konstituiert Marcus Geiger seine Arbeit und erweitert ihn zu einer funktionalen "malerischen" Installation.


ELISABETH GRÜBL
30. 1. – 15. 3. 1998

Elisabeth Grübl, Installation Vertikaljalousien in Verbindung mit einem Bewegungsmelder, 1996
Elisabeth Grübl, Installation Vertikaljalousien in Verbindung mit einem Bewegungsmelder, 1996

Im Mittelpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung Elisabeth Grübls steht der Raum. Mit subtilen Interventionen, die den Grenzbereich zwischen Architektur und Bildhauerei ausloten, greift Elisabeth Grübl in gegebene Innen- und Außenräume ein und entwirft minimalistisch anmutende Rauminstallationen, die dem Betrachter eine Doppelfunktion als Rezipient und als Objekt der Installation zuweisen. Elisabeth Grübl wurde 1961 in Tamsweg/Salzburg geboren und studierte bei Bruno Gironcoli an der Akademie der Bildenden Künste in Wien.


"DAS JAHRHUNDERT DER KÜNSTLERISCHEN FREIHEIT. 100 JAHRE SECESSION"
3. 4. – 21. 6. 1998

Daniel Faust, Inside and Around, 1993
Daniel Faust, Inside and Around, 1993

Anläßlich ihres Jubiläums veranstaltet die Secession eine große transhistorische Ausstellung, die das "Jahrhundert der künstlerischen Freiheit " im Zeitraffer Revue passieren läßt. Die Schau zeigt die Secession als älteste noch bestehende, speziell der modernen Kunst gewidmete Ausstellungsinstitution der Welt. Hauptwerke der Moderne, die bereits einmal hier zu sehen waren, werden wieder ausgestellt und mit neuester zeitgenössischer Kunst verbunden. Am Ende des Jahrhunderts scheint es angebracht, die Spannweite des heutigen künstlerischen Denkens und die untergründige Einheit der Moderne aufzuzeigen. Die Ausstellung, die von Robert Fleck kuratiert wird, unternimmt es ähnlich den "Internationalen Kunstausstellungen", die die ersten Jahrzehnte der Secession prägten, mit etwa 280 Werken von 130 Künstlern quer durch das Bestehen der Secession. Außergewähnliche Leihgaben privater und öffentlicher Sammlungen kamen als Beitrag zu dem mit Interesse erwarteten Jubiläum des Hauses zustande.


JUNGE SZENE
8. 7. – 30. 8. 1998

Junge Szene, 1998
Junge Szene, 1998

Seit 1983 präsentiert die Secession in ihrer Ausstellungsreihe "Junge Szene" Standpunkte und Positionen junger KünstlerInnen, die in der Kunstöffentlichkeit wenig bekannt oder nicht etabliert sind. Projektiert als Versuch einer Positionierung neuer künstlerischer Tendenzen, hat sich die "Junge Szene" der vergangenen Jahre dabei ausschließlich auf die Vorstellung österreichischer KünstlerInnen beschränkt. Die Ausstellung 1998 trägt der Vernetzung und Internationalisierung aktueller künstlerischer Projekte und Entwicklungen Rechnung und hebt deshalb auch durch die Einbeziehung von Arbeiten internationaler KünstlerInnen die lokale Beschränkung auf.


MIKE KELLEY/PAUL McCARTHY
11. 9. – 8. 11. 1998

Mike Kelley/Paul McCarthy, Fresh Acconci, 1995
Mike Kelley/Paul McCarthy, Fresh Acconci, 1995

Mike Kelley (geb. 1954 in Detroit) und Paul McCarthy (geb. 1945 in Salt Lake City) interpretieren in ihren Arbeiten Elemente der populären Gegenwartskultur. Sie beziehen unterschiedliche Ausdrucksformen aus den Bereichen der Comics, der Musik und des Films in ihre Projekte mit ein und erweitern diese durch Performances und szenische Installationen. Für die Secession planen die beiden amerikanischen Künstler eine alle Austellungsräume umfassende Installation. Die Ausstellung wird neben bereits bestehenden Arbeiten, die aus gemeinsamen Projekten entstanden sind, neueste Einzel- und Gemeinschaftsarbeiten präsentieren.


FABIO ZOLLY
Sommer/Herbst 1998

Fabio Zolly, Subway, N.Y. (Video), 1997
Fabio Zolly, Subway, N.Y. (Video), 1997

Die Suche nach urbanen Erkennungszeichen prägen die Arbeit des 1955 in Spital a.D. geborenen Fabio Zolly. Filmisch festgehaltene Schatten von Flugzeugen und urbanen Gegenständen, Röntgenbilder von Reisekoffern oder Bilder von Kanaldeckel aus verschiedenen Städten der Welt verweisen in den Arbeiten von Fabio Zolly auf die Mobilität unserer Gesellschaft. Sie stehen symbolhaft für ein transitorisches Dasein zwischen den Orten und deren Wahrnehmung. In der Secession zeigt Fabio Zolly eine Auswahl seiner neuesten Videoarbeiten.


HERBERT BRANDL
20. 11. 1998 – 17. 1. 1999

Herbert Brandl ist der wichtigste österreichische Vertreter jener Malergeneration, deren künstlerische Praxis über einen reinen Malereidiskurs hinausgeht: Seine Kunst hat Kontext und Minimalismus ebenso verarbeitet wie arte povera. Figur und Abstraktion sind keine zentralen Themen mehr, altbekannte Motive wie Landschaft, Blume, Körper oder eben abstraktes Bild sind ihm nur Hilfsmittel, sein Medium in der Welt zu positionieren und zu hinterfragen. Obwohl sich die Gemälde oft weit ins Reich der reinen Schönheit vorwagen, so enthalten sie doch verborgene Texte, die auf Zugedecktes und Geschichte hinweisen.


ROBERT LETTNER
20. 11. 1998 – 17. 1. 1999

Robert Lettner, Aus der Serie I, 1996
Robert Lettner, Aus der Serie I, 1996

Ausgehend von der Suche nach aktuellen Formen des Realismus in der Malerei interessiert Robert Lettner, geboren 1943 in Elne, Frankreich, neben der Darstellung von gesellschaftlich politischen Themen vor allem die Analyse der Bildproduktion. Der Versuch Freilichtmalerei als Struktur aufzufassen, gelang ihm in seinen jüngsten Arbeiten, wo er seine Spontanzeichnung, die in der Landschaft entstanden ist, der Digitaltechnik zur Weiterbearbeitung überläßt. Das Ergebnis dieser Verschmelzung eines organischen Vorgangs, der Zeichnung, abhängig von Psyche und künstlerischen Fähigkeiten, mit einem anorganischen Medium, dem Computer präsentiert Robert Lettner in seiner Ausstellung für die Secession unter dem Titel "Bilder zur magischen Geometrie". Die Bildtafeln, ca. 2 x 2,5 m im Digitaldruck, sind in Zusammenarbeit mit Peter Kainz und Walter Worlitschek, entstanden.


MICHAEL ZINGANEL
20. 11. 1998 – 17. 1. 1999

Michael Zinganel, Morning Walks, 1997
Michael Zinganel, Morning Walks, 1997

Michael Zinganel, geboren 1960 in Bad Radkersburg, setzte sich bis Ende der 80er Jahre vorwiegend mit Rauminstallationen auseinander. Auf reine Formen reduzierte Skulpturen in Verbindung mit Videos bildeten Eingriffe in vorgefundene Raumsituationen und versuchten die Bedingtheit unserer Wahrnehmung aufzuzeigen. Diese Installationen wurden in jüngster Zeit zunehmend von partizipatorischen Projekten abgelöst, die den Künstler immer mehr in seiner Rolle als sozialkritischen sowie politisch agierenden Architekten erkennen lassen. Mit seinen aktuellen Arbeiten übt Michael Zinganel nicht nur theoretische Kritik an modernistische Planungsmethoden, sonderen setzt diese auch in konkreten, sozialen Interventionen um.


MARC ADRIAN
18. 11. 1998 – 17. 1. 1999

Robert Lettner, Aus der Serie I, 1996
Marc Adrian, 1996

Marc Adrian, geb. 1930 in Wien, experimentiert seit Mitte der 50er Jahre mit unterschiedlichen künstlerischen Medien. Sein besonderes Interesse gilt dabei den Problemen der optischen Semantik in Bildern, Objekten, Texten und Filmen.
In der Secession zeigt Marc Adrian eine Auswahl seiner Filme, die durch Verfremdung wie Farbmanipulation, Diskontinuität der Montage oder Fragmentierung der Sprache einen aktiven Rezeptionsprozeß evozieren. Marc Adrians Arbeiten reagieren auf zeitgenössische, künstlerische Tendenzen und erweisen sich manchmal rückblickend ihrer Zeit ein Stück voraus. So lassen sich etwa in seinen Filmen aus den frühen 50er und 60er Jahre Ansätze erkennen, "die minimalistische Raumstrukturen, wie sie in den bildenden Künsten damals gesucht wurden, eine zeitliche Dimension verleihen" (T. Rothschild).

 
 
STÄNDIGE PRÄSENTATION
Gustav Klimt: DER BEETHOVENFRIES
 
 
 
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