23. Februar – 15. April 2012
23. März – 4. November 2012
3. Mai – 17. Juni 2012
29. Juni – 2. September 2012
21. September – 25. November 2012
22. November 2012 – Jänner 2013
7. Dezember 2012 – Jänner 2013
Rudolf Stingel
23. Februar – 15. April 2012
Installation view of "Rudolf Stingel", Whitney Museum, New York 2011, Photograph by Stefan Altenburger, Courtesy of the artist
Mit seinen Arbeiten befragt Rudolf Stingel seit nunmehr über 20 Jahren den Begriff der Malerei und erweitert dessen Definition. Die in den 1980er-Jahren durchaus noch gängige Vorstellung vom Künstler als Genie und Erfinder entzauberte er, als er unter dem Titel „Instructions / Istruzioni / Anleitung“ ein Buch publizierte, das den Herstellungsprozess seiner abstrakten Bilder offenlegte und für jedermann zur Nachahmung mit einer entsprechenden Anweisung versah.
Außer den klassischen Mitteln der Malerei wie Farbe und Leinwand verwendet Stingel industrielle Materialien wie Isolierplatten, Styropor, Teppich und Ton. Seit den frühen 1990er-Jahren „tapeziert“ er damit wechselweise Böden und Wände von Ausstellungsräumen und bestimmt so auf signifikante Weise die gegenwärtige Diskussion um das Verhältnis von Malerei und Raum. Ausgekleidet mit einem monochromen Teppich oder silbrigen Isolierplatten wird der Raum selbst zum Träger der „Malerei“ oder besser: der monochromen Farbe. Die eingesetzten Materialien sind für den Künstler auch ob ihrer spezifischen Oberflächenqualitäten und Modulierbarkeit interessant: Während Abdrücke auf einem Teppich leicht verwischt werden können, somit eine Tabula rasa wiederhergestellt werden kann, sind die graffitiartigen Gravuren in die Isolierplatten bleibende Spuren einer menschlichen Interaktion.
2005 hat Stingel mit einem Porträt seiner Galeristin Paula Cooper sein zuvor abstraktes Werk um dieses klassische Genre erweitert und mit einer Reihe von fotorealistischen Selbstporträts, gemalt in Grautönen und basierend auf s/w-Fotografien, bis heute fortgesetzt.
In der Secession zeigt Rudolf Stingel eine speziell für diesen Kontext produzierte neue Arbeit.
Rudolf Stingel, geboren 1956 in Meran (IT), lebt und arbeitet in New York (USA) und Meran (IT).
Michael Snow
Recent Works
23. Februar – 15. April 2012
Michael Snow, Piano Sculpture, 2009, Installation with four projections, 15 min looped
Michael Snow. Recent Works ist die erste Einzelausstellung des einflussreichen kanadischen Künstlers Michael Snow in Österreich. Er zeigt eine Auswahl seiner fotografischen Arbeiten und Filminstallationen aus den vergangenen zehn Jahren, die exemplarisch das Spektrum seines Schaffens vorführen. Als experimenteller Filmemacher, Maler, Bildhauer, Fotograf und professioneller Jazzmusiker arbeitet Snow seit über 50 Jahren in einer Vielzahl von Medien. Sein anhaltendes künstlerisches Interesse gilt zum einen Fragen der Wahrnehmung von Wirklichkeit und ihrer bildhaften Repräsentation, zum anderen den Darstellungsmitteln selbst. Konsequent untersucht er die Strukturen, Verfahren und Beschränkungen der verschiedenen Medien, wobei er häufig in Zwischenräumen operiert und ein Medium intermedial aus der Perspektive eines anderen ergründet. Jede seiner Arbeiten verfolgt eine spezifische Strategie. Die in der Secession gezeigten Werke thematisieren unter anderem die Simultaneität im Zusammenspiel von Bild und Ton, die Projektionsebene als Grundlage der Wahrnehmung von Filmbildern, Betrachterperspektiven und das Objekthafte des Dargestellten beziehungsweise den Realismus der Fotografie.
Michael Snow, geboren 1929 in Toronto (CA), lebt und arbeitet in Toronto (CA).
In Kooperation mit dem Filmmuseum, Wien
Close-up –GUSTAV KLIMT ~ GERWALD ROCKENSCHAUB – Plattform
Ein Projekt der Secession, des Bundesdenkmalamtes und der Akademie der bildenden Künste Wien
23. März – 4. November 2012
Gerwald Rockenschaub, Plattform, Foto: MargheritaSpiluttini
Anlässlich von
Klimt 2012 entwickelt Gerwald Rockenschaub für den Raum des Beethovenfrieses in der Secession eine Plattform, die den BesucherInnen ungewohnte Perspektiven und neue Standpunkte in der Wahrnehmung dieses Schüsselwerks von Gustav Klimt ermöglichen. Seine skulpturale Intervention erlaubt es erstmals, den Raum umspannenden und in einer Höhe von 3 bis 5 Metern installierten Fries auf Augenhöhe zu betrachten. Beide Arbeiten, sowohl Klimts
Beethovenfries als auch Rockenschaubs
Plattform, treten dabei in einen gleichberechtigten Dialog. Die Plattform ist zweckmäßig und funktional, behauptet sich aber zugleich in ihrer Objekthaftigkeit als eigenständiges Werk. Rockenschaubs Gestaltung weist zahlreiche charakteristische Merkmale seiner künstlerischen Sprache auf: die Verwendung handelsüblicher Baumaterialien, die Monochromie der Flächen und der zeichenhafte Minimalismus. Mit der Plattform in der Secession führt er zudem eine seit den späten 1980er Jahre entwickelte Werkgruppe von Installationen fort, in denen er mittels Podeste, Sitzbänke, Vorhänge oder Trennwände die BesucherInnen im Ausstellungsraum lenkt, Wahrnehmungsformen verändert und den architektonisch-sozialen Raum neu codiert. So führte er etwa 1993 auf der Biennale in Venedig die BesucherInnen über ein Laufgerüst im Innenraum des Österreichischen Pavillons an Orte, die sie sonst nicht erreichen konnten.
Gerwald Rockenschaub, geboren 1952, lebt und arbeitet in Berlin.
David Claerbout
Diese Sonne strahlt immer
3. Mai – 17. Juni 2012
David Claerbout, Long Goodbye, 2007
Der belgische Künstler David Claerbout arbeitet vorwiegend mit zeitbasierten Medien wie Animation, Video und Sound ebenso wie mit Fotografie. In kontemplativen Installationen erkundet er die Qualitäten dieser ehemals autonomen Medien kurz vor ihrer Auflösung. Die Arbeiten erfordern Ruhe und Ausdauer; oft werden Charakteristika wie Bewegung versus Stillstand, Dauer versus Moment, Vergänglichkeit und Veränderung versus Beständigkeit und Kontinuität parallel eingesetzt.
In seiner ersten Einzelausstellung in Österreich zeigt David Claerbout eine Auswahl zumeist jüngerer Arbeiten. Der Ausstellungstitel
Diese Sonne strahlt immer ist ein Verweis auf elektrisches Licht als Ersatz für die Sonne. Den Künstler fasziniert, dass im Gegenlicht gefilmte Aufnahmen als besonders intensiv empfunden werden, obwohl es sich nur um schwache, projizierte Lichtstrahlen handelt, die auf einer gewöhnlichen weißen Wand reflektiert werden. In seinen Arbeiten drückt sich ein Bedauern um den Verlust an Sinneserfahrung aus, beschäftigt sich Claerbout doch mit natürlichen Phänomenen wie Spiegelung, Wind und Sonnenlicht.
Seine frühen medienkritischen Videoarbeiten, wie z.B.
Kindergarten Antonio Sant’Elia, 1932 (1998), basieren auf gefundenen Fotografien, während seine Spielfilme das Konzept der Simultaneität von Antagonismen noch einen Schritt weiterführen: die Narration tritt dabei in den Hintergrund und natürliche, nicht kontrollierbare Phänomene wie beispielsweise das Sonnenlicht im 13-stündigen
Bordeaux Piece (2004) werden zum Hauptakteur in Echtzeit. Um Claerbouts Arbeiten erfahren zu können, ist daher eines besonders wichtig: sich Zeit zu lassen.
David Claerbout, geboren 1969 in Kortrijk (BE), lebt und arbeitet in Antwerpen (BE) und Berlin (DE).
Die Ausstellung von David Clearbout erfolgt in Kooperation mit der Flämischen Regierung.
Stephan Dillemuth
Öffentliche Verkehrsmittel
3. Mai – 17. Juni 2012
Stephan Dillemuth, Brunnen, Foto: Oliver Ottenschläger
Stephan Dillemuth begreift seine Möglichkeiten als bildender Künstler vor dem Horizont der sich verändernden modernen Öffentlichkeit. Im Nachdenken über die eigene Rolle und künstlerische Handlungsmöglichkeiten geht er beispielweise der Frage nach, inwieweit Selbstorganisation und persönliche und kollektive Integrität im Rahmen unserer Kontrollgesellschaft herzustellen sind. Kunst schafft für ihn mit den ihr innewohnenden Methoden der Reflexion, Analyse und des Experiments zwar Schönheit, besitzt aber auch ein gesellschaftsveränderndes Potenzial.
Mitunter untersucht Dillemuth zur Überprüfung aktueller Fragestellungen historische Bewegungen (z.B. Lebensreformbewegung, alternative Erneuerungsversuche der 1970er Jahre) und gesellschaftliche Umbruchsituationen (Räterepublik), stellt seine eigenen Recherchen jedoch stets mit experimentellen künstlerischen Mitteln in Frage und führt sie so zu neuen Ergebnissen. Das Resultat dieser Experimente sind Installationen, Inszenierungen und kollaborative Arbeiten ebenso wie Videos, Vorträge und Publikationen.
Stephan Dillemuth, geboren 1954 in Büdingen (DE), lebt und arbeitet in München (DE).
www.societyofcontrol.com/
Slavs and Tatars
Not Moscow Not Mecca
3. Mai – 17. Juni 2012
Slavs and Tatars, Not Moscow Not Mecca, 2012,
Foto: Oliver Ottenschläger
Das Kollektiv Slavs and Tatars versteht sich als „eine Faktion der Polemik und Intimität, die sich mit dem als Eurasien bekannten Gebiet östlich der ehemaligen Berliner Mauer und westlich der Chinesischen Mauer beschäftigt.“ Die Arbeit des Kollektivs erstreckt sich über unterschiedliche Medien und Disziplinen und deckt ein breites Spektrum kultureller Register von U bis E ab. Slavs and Tatars haben
Kidnapping Mountains (Book Works, 2009),
Love Me, Love Me Not: Changed Names (onestar press, 2010) und
Molla Nasreddin: the magazine that would've, could've, should've (JRP-Ringier, 2011) veröffentlicht. Ihre Arbeiten wurden im Salt, Istanbul, in der Tate Modern, bei der 10th Schardscha, bei der 8. Mercosur, und bei der 3. Thessaloniki Biennale gezeigt. In den vergangenen fünf Jahren widmete sich das Kollektiv hauptsächlich zwei Zyklen, nämlich einer Feier der Komplexität im Kaukasus (
Kidnapping Mountains,
Hymns of No Resistance) und dem unerwarteten gemeinsam Erbe von Iran und Polen (
Friendship of Nations: Polish Shi’ite Showbiz,
79.89.09,
A Monobrow Manifesto). Gegenwärtig arbeiten Slavs and Tatars an ihrem dritten Zyklus,
The Faculty of Substitution, über mystischen Protest und die revolutionäre Rolle des Heiligen und des Synkretistischen. Der neue Zyklus von Arbeiten beinhaltet sowohl Beiträge bei Gruppenausstellungen -
Reverse Joy im GfZK, Leipzig,
PrayWay für die New Museum Triennale und
Régions d’Être bei der Asia Pacific Triennale – als auch Einzelbeiträge wie
Not Moscow Not Mecca in der Secession, Wien,
Khhhhhhh in der Mährische Galerie, Brünn,
Beyonsense im MoMA, NY und im Künstlerhaus Stuttgart.
Das Kollektiv Slavs and Tatars wurde 2006 gegründet.
Gruppenausstellung
Mutatis Mutandis
29. Juni – 2. September 2012
kuratiert von Catherine David
mit: Babak Afrassiabi, Edgar Arceneaux, Hany Armanious, Louidgi Beltrame, Andrea Branzi, Elisabetta Benassi, Luke Fowler, Suzanne Treister
Secession Wien, Hauptraum
2012 ist die französische Kuratorin Catherine David eingeladen, ein Ausstellungsprojekt für alle Ausstellungsräume der Secession zu entwickeln. Catherine David war von 1994 bis 1997 künstlerische Leiterin der Documenta X in Kassel und von 2002 bis 2004 Direktorin des Witte de With in Rotterdam. Nach ihrem Studium der Linguistik und Kunstgeschichte war sie zunächst als Kuratorin am Centre Georges Pompidou in Paris (1981-1990), danach am Jeu de Paume (1990-1994) tätig. Seit 1998 leitet David das Projekt
Représentations Arabes Contemporaines, das Ausstellungen, Seminare und Veröffentlichungen in verschiedenen europäischen Städten realisiert. 2005-2006 war sie Gastwissenschaftlerin am renommierten Wissenschaftskolleg in Berlin, wo sie ihre Arbeit zur arabischen Welt fortsetzte. 2007 organisierte sie die interdisziplinäre Veranstaltung
Di/Visions. Kultur und Politik des Nahen Ostens am Haus der Kulturen der Welt in Berlin und die
Bahman Jalali -Retrospective in der Tapiès Fondation in Barcelona . 2009 kuratierte David den ADACH (Abu Dhabi Authority for Culture and Heritage) Pavilion auf der Biennale Venedig. Zuletzt publizierte sie
Hassan Sharif. Works 1973-2011< (Hatje Cantz).
Kerry James Marshall
21. September – 25. November 2012
Kerry James Marshall, Souvenir I, 1997, Courtesy: of the artist and Jack Shainman Gallery, NY
Der amerikanische Künstler Kerry James Marschall thematisiert in seinen figurativen, häufig als Historienmalerei angelegten Bildern die sozialen und kulturellen Erfahrungen von Afroamerikanern sowie – allgemeiner gefasst – die vielfältige Kodierung von Identitäten und ihre Marginalisierung innerhalb einer dominanten Kultur. Seine Darstellungen des täglichen Lebens in städtischen Sozialbauten (
Garden Projects-Serie, 1994–95) und Mittelklassewohnzimmern mit Bildergalerien verehrter Bürgerrechtler (
Souvenir-Serie, 1997–98) und seine historisch anmutenden Paarporträts (
Vignettes, 2003–07) sind eine Hommage an die Utopien der Bürgerrechtsbewegung und definieren in einer selbstbewussten und reflektierten Art die sich verändernden Ideen von Integration und Geschichte, Selbstverwirklichung und Freiheit. Die Ambiguität seiner Szenen und ihre Darstellungsweise werfen dabei immer auch die Frage auf, wie wir die Bilder lesen und auf welcher Basis wir unsere Urteile fällen.
Der Logik der Collage folgend hat Marshall eine komplexe Bildsprache entwickelt, die kulturübergreifend Bezüge zur westlichen Kunstgeschichte mit den Stilelementen einer Schwarzen Ästhetik („
black aesthetics“) verbindet. Zugleich ist sie geprägt von einem malerischen Interesse an den formalen Eigenschaften der Flachheit. Zum einen findet er für die Realität des Schwarz-Seins (
Blackness) eine Umsetzung mit schwarzen Schattierungen, die das Figurative nahezu abstrakt erscheinen lassen, zum anderen durchbricht er mit Texturen aus Tropfen, Spritzern und Pinselspuren das klassische Konzept der räumlichen Tiefe und suggeriert einen Bruch mit der Realität und dem Naturalismus, der gemeinhin mit Historienmalerei assoziiert wird.
Kerry James Marshall, geboren 1955 in Birmingham, AL (USA), lebt und arbeitet in Chicago (USA).
Anne Hardy
21. September – 25. November 2012
Anne Hardy, Incidence, 2009, Courtesy Maureen Paley, London
Anne Hardys großformatige Fotografien sind mehrdeutige Abbilder von artifiziellen Räumen, die einzig zum Zweck ihrer fotografischen Dokumentation hergestellt werden. In oft monatelanger, akribischer Arbeit baut die Künstlerin im Atelier detailreiche lebensgroße „Bühnenbilder“ aus Fundstücken, Gegenständen aus Second-Hand-Läden, Resten und Abfall, aufgesammelt von der Straße. Von den Sets macht Hardy stets nur eine Aufnahme, um die Darstellung und insbesondere die Perspektive auf diese fiktionalen Räume präzise vorzugeben und zu kontrollieren. Als Dokumente nunmehr verschwundener Orte zeigen die Bilder oft verwirrende räumliche Situationen voll von Spuren menschlicher Präsenz und rätselhafter Aktivitäten, deren fiktive ProtagonistInnen jedoch immer auf verstörende Weise abwesend sind. Ein weiteres charakteristisches Element, das sich durch ihre Arbeit zieht, ist der raffinierte Einsatz von Spiegeln. Sie werden gezielt verwendet, um auf der zweidimensionalen Oberfläche der Fotografien einen Eindruck von Räumlichkeit zu erzeugen – allerdings einen, der fragmentiert oder durch außergewöhnliche Blickwinkel gekennzeichnet ist. Hardy selbst bezeichnet ihre Fotografien als „fiktionale Dokumentation“. Die Frage des Realen in Bildmedien verhandelt sie dabei auch, indem sie die Wahrnehmung von Realität durch deren – offenbare – Konstruktion gekonnt ins Wanken bringt. Anne Hardys Ausstellung in der Secession präsentiert ihre Arbeiten erstmals in Österreich.
Anne Hardy, geboren 1970 in St Albans, Hertfordshire (UK), lebt und arbeitet in London (UK).
Anja Kirschner und David Panos
21. September – 25. November 2012
Anja Kirschner & David Panos, Courtesy of the artists and Hollybush Gardens, Foto: Alessandra Chila
In den Filmen von Anja Kirschner und David Panos stoßen historische und literarische Elemente auf Referenzen der Populärkultur und bilden komplexe Dramen, die die Rolle der Kunst in der Gesellschaft und ihr Verhältnis zu gesellschaftspolitischen Erscheinungen wie Gentrifizierung und Finanzspekulation widerspiegeln. Ihre fragmentarische Erzählweise bewegt sich auf der Basis einer gewissenhaften Recherche zwischen Dokumentation, historischer Aktualisierung, melodramatischer Inszenierung und kritischer Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Gattungsmerkmalen und Darstellungsweisen.
Ihre jüngsten Filme werfen einen Blick auf die historische Entwicklung der Kunst in Beziehung zu Macht und Klassenverhältnissen.
The Last Days of Jack Sheppard (2009) spielt im 18. Jahrhundert und dramatisiert die Begegnung zwischen dem Dieb und Ausbruchskünstler Jack Sheppard und dem Unternehmer und Autor Daniel Defoe, um die Kopplung von Fiktion, Abstraktion und Finanzkapital aufzuzeigen. Im Blickpunkt von
The Empty Plan (2010) stehen die Theorie und Praxis im Werk Bertolt Brechts. Der Film entwickelt spielerisch Szenen aus Brechts kalifornischem Exil, wo er an einem unabgeschlossenen theoretischen Dialog
Der Messingkauf arbeitet, und verschränkt diese mit Proben für das 1931 verfasste Bühnenstück
Die Mutter, in dem Brechts Technik mit Konstantin Stanislavkis Naturalismus kontrastiert wird.
In der Secession planen Kirschner und Panos die Premiere eines neuen Films, an dem sie ein Jahr lang in Griechenland gearbeitet haben. Er untersucht – in Bezugnahme auf Archäologie, Philosophie, Pädagogik und Ritual – wie Geldwirtschaft und industrielle Produktionsformen die menschliche Wahrnehmung und Darstellung der Welt verändert haben, und wie sich diese auf konkretes Handel und Fühlen auswirken.
Anja Kirschner (geboren 1977 in München, DE) und David Panos (geboren 1971 in Athen, GR) leben und arbeiten in London (GB) und Athen (GR).
http://kirschner-panos.info/
SUSAN PHILIPSZ
22. November 2012 – Jänner 2013
Friesraum
Seit den späten 1990er-Jahren entwickelt die schottische Künstlerin Susan Philipsz Soundinstallationen. Ohne instrumentale Begleitung singt die Künstlerin ihre Interpretationen von alten Folkballaden, Arbeiterliedern, Film- und Popsongs. Immer sind Susan Philipsz’ Arbeiten ortspezifisch, sie reflektieren Geschichte und Geschichten sowie akustische und musikalische Aspekte eines Ortes oder Ausstellungsraumes. Sie interessiert vor allem die psychische Wirkung von Musik – welche Erinnerungen und Emotionen Lieder assoziativ zu evozieren vermögen und wie Musik die Wahrnehmung eines Raumes beeinflussen kann.
Philipsz’ Soundarbeiten sind für öffentliche Räume konzipiert. „Lowlands“ (2010), drei a capella-Versionen eines alten schottischen Liedes ertönten beispielsweise unter drei Brücken in ihrer Heimatstadt Glasgow. Für diese Arbeit erhielt Philipsz 2010 den Turner Prize. 2011 konzipierte die Künstlerin mit „Surround Me“ einen Liederzyklus für die an den Wochenenden ausgestorbene City of London. Ihr Interesse an der räumlichen Komponente von Sound findet in Mehrkanalaudioinstallationen Ausdruck, mit denen die Künstlerin die räumliche Wahrnehmung des Klangs präzise manipulieren kann.
Geboren 1965 in Glasgow, lebt und arbeitet in Berlin.
Yael Bartana
7. Dezember 2012 – Jänner 2013
Yael Bartana, Mur i Wieża, 2009, Courtesy of Annet Gelink Gallery, Amsterdam and Sommer Contemporary Art Gallery, Tel Aviv
Die israelische Künstlerin und Filmemacherin Yael Bartana verhandelt in ihren Arbeiten geltende soziale Rituale und Strukturen im Allgemeinen und Fragen nach der kulturellen Identität ihres Geburtslandes, seiner historischen Konstruktion und den daraus resultierenden Spannungen und Konflikten im Besonderen. Auf die ihr eigene poetische Weise erzeugt sie eine Balance zwischen Faktischem und Erfundenem, Dokumentation und Propaganda, um mit einem ironischen Unterton Gewissheiten zu untergraben, Symbole auf den Kopf zu stellen und multiple neue Bedeutungen zu eröffnen. Ihr Film
Wild Seeds (2006) zeigt beispielsweise, wie junge pazifistische Israelis in der besetzten West Bank die erzwungene Evakuierung jüdischer Siedler nachspielen.
Bartanas jüngstes Projekt, die Videoinstallation
… and Europe will be stunned ist der offizielle Beitrag Polens zur 54. internationalen Ausstellung in Venedig 2011. Damit repräsentiert erstmals in der Geschichte der Venedig Biennale ein/eine nicht polnische KünstlerIn Polen. Bartanas drei Filme
Mary Koszmary (2007),
Mur i wieża (2009) and
Zamach (2011) kreisen um die Aktivitäten des Jewish Renaissance Movement in Poland (JRMiP), einer politischen Gruppe, die zur Rückkehr von 3.300.000 Juden in das Land ihrer Vorfahren aufruft. Die Filme durchqueren eine Landschaft, die gezeichnet ist von Geschichten rivalisierender Nationalismen und Militarismen und die von Erzählungen von der israelischen Siedlerbewegung, zionistischen Träumen, Antisemitismus, dem Holocaust und dem Recht der Palästinenser auf Rückkehr strotzt. Neben der Realisierung dieser drei Filme hat die Künstlerin auch eine neue politische Bewegung gegründet. Im Frühjahr 2012 wird der erste offizielle JRMiP Kongress in Verbindung mit der 7. Berlin Biennale in Berlin stattfinden.
Yael Bartana, geboren 1970 in Kfar Yehezkel (IL), lebt und arbeitet in Tel Aviv (IL) und Amsterdam (NL).
PERMANENTE PRÄSENTATION
Gustav Klimt: DER BEETHOVENFRIES
ÖFFNUNGSZEITEN
Dienstag Sonntag 10.00 18.00 Uhr
FÜHRUNGEN
jeden Samstag um 15.00 Uhr und Sonntag um 11.00 Uhr
sowie nach Vereinbarung
Die Ausstellungen werden produziert mit Unterstützung von:
Erste Bank Partner der Secession
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Wien Kultur
Die Freunde der Secession
Für weitere Informationen, Presse- und Fotomaterial wenden Sie sich bitte
an:
Tamara Schwarzmayr
Secession, Vereinigung Bildender KünstlerInnen Wiener Secession
Friedrichstraße 12, 1010 Wien
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